Schweine sind nicht so grausam,

nur Menschen...

Wir sind heute in der Lage über den imensen Wissenszugang unsere Gesundheit ursächlich zu fördern und zu erhalten.

Sofern wir uns denn dieses Wissen überhaupt zuführen und entsprechend verwenden.

Letzteres wird leider von diversen Interessen-Organisationen nicht nur abgestritten, sondern mit mehr als suspekten Gegenmassnahmen bekämpft. Unter den Organisationen finden sich vorzugsweise die Pharma-, die Nahrungsmittel-Industrie und die Schulmedizin.

Bezeichnenderweise wird nämlich bei Raucherwaren vom Gesundheitsamt eine Aufschrift verlangt, wonach der Genuss von Nikotin zum Tode führen kann. Bei Fleisch oder Milchprodukten ist noch niemand nur auf die Idee gekommen, eine ähnliche Deklaration zu verordnen, obwohl das Risiko ein Vielfaches beträgt.

 

Grausame Fakten veröffentlichen

Was hinter wohlweislich verschlossenen Türen von Schlachthäusern geschieht, sind sich viele Fleischesser gar nicht im Klaren und wenn sie es wüssten, würden sie bestimmt kein Stück Fleisch mehr essen.

 

Wenn wir Frieden auf der Welt schaffen wollen, müssen wir aufhören, uns das Leben mit den Angst- und Stresshormonen aus dem Fleisch der Schlacht-Tiere zu beschweren.

 

Wer sich die Angst und den Stress nicht vorstellen kann, soll doch mal den kleinen Filmausschnitt anschauen, wem das noch nicht genügt, darf und muss unumgänglich die nachfolgenden Zeilen lesen:

 

 


Natürlich machen Beschreibungen das damit verbundene Leid noch nicht nachvollziehbar. Deshalb werde ich - schweren Herzens - einige Aspekte der modernen Tierzucht bildhafter darstellen, und zwar an einer Tierart, den Schweinen, die deutschsprachige Menschen am meisten und am liebsten essen. 2009 wurden allein in Deutschland fast 60 Millionen Schweine geschlachtet, was das Land zum drittgrößten Schweinefleischproduzenten der Welt macht.

 Schweine sind - dafür gibt es viele Belege - mindestens so intelligent und empfindsam wie Hunde. Wer einmal ein geachtetes Trüffelschwein kennenlernen durfte, kann das nicht bezweifeln. Diese Tiere haben eine von der Wissenschaft entdeckte eigene Sprache, hören auf Zuruf, sind verspielt und haben unter wissenschaftlicher Anleitung sogar Videospiele mittels rüsselfähig gemachter Joysticks erlernt. Sie können problemlos ihre Stalltür öffnen und eilen Kameraden manchmal zu Hilfe. Bei Fluchtversuchen arbeiten sie gekonnt zusammen und stehen selbst Schimpansen in der Auffassungsgabe nicht nach.

Sandra Düpjan, eine deutsche Verhaltensforscherin, berichtet aus ih- rer Arbeit, deren Ziel der wissenschaftliche Beleg von Gefühlen bei Tieren ist: »Schweine teilen ihren Stress mit, wir müssen nur lernen;  sie zu verstehen.« Demnach deuten die Schreie eines Ferkels, dem ohne Betäubung der Samenstrang durchtrennt wird, auf höchsten Stress hin. (98)

 Schweine sind Individualisten und sie sind überhaupt Menschen in vielem sehr ähnlich, weshalb Medizinstudenten oft an ihren leicht beschaffbaren Innereien lernen.

Gefoltert und vor Schmerz von Sinnen

Diesen Schweinen also bescheren wir heute ein qualvolles Leben, das in meinen Augen noch deutlich schlimmer ist als ihr entsetzliches Ende. Es beginnt schon ganz am Anfang damit, dass die modernen Hochleistungsschweine wie die meisten Hühner, Puten und Nutztiere so hochgezüchtet sind, dass sie eigentlich als grundsätzlich krank gelten müssen. Foer dazu: »(...) Studien geben an, dass zehn bis 40 Prozent der Schweine wegen schlechter Erbmasse, mangelnder Bewegung und unzureichender Ernährung einen in- stabilen Körperbau aufwiesen, weil ihnen die Knie einknickten, die  Beine verkrümmt, die Zehen nach innen gebogen waren.(99) Eine amerikanische Schweinezüchter-Zeitschrift berichtet, dass »normalerweise« 7 Prozent der Zuchtsauen vorzeitig an Stress sterben, ausgelöst durch Käfighaltung und intensive Zucht, in manchen Tierfabriken seien es aber auch 15 Prozent. Aber das ist eingerechnet, und das Geschäft mit dem Leid lohnt sich immer noch für diejenigen, die die Schamlosigkeit haben, sich an solchem Elend zu bereichern.

Gleich von Anfang an werden die Tiere systematisch, das heißt vom System gewollt, gefoltert. Ihnen werden - selbstverständlich ohne Narkose - innerhalb von 48 Stunden nach der Geburt die Schwänze kupiert, also zum größten Teil weggeschnitten, damit sie sich später nicht im Wahnsinnsstress gegenseitig darin verbeißen. Dann werden ihnen, völlig legal und ohne Narkose, die Eckzähne abgefeilt, aus demselben Grund und um Kannibalismus zu verhindern. Diesen findet man häufig in der Massentierhaltung, etwa bei Geflügel, weil die Tiere in ihrem unbeschreiblichen Elend und offensichtlich von Sinnen vor Schmerz und Leid wahnsinnig werden und ihre Aggressionen aneinander auslassen. Menschen würde schon die extrem eintönige Langeweile des Dahinvegetierens in der Tierfabrik in den Wahnsinn treiben. Auch diese Stimmung dürften Fleischesser in sich aufnehmen. Männlichen Ferkeln werden noch in den ersten zehn Lebenstagen - legal und systematisch, ohne Narkose, geschweige denn Mitgefühl - die Hoden aus dem Leib gerissen, weil das Fleisch von Ebern den Verbrauchern nicht so gut schmeckt.

Ein Leben lang trächtig

Zur Zeit der Absetzung von der Muttersau sind 9 bis 15 Prozent des Nachwuchses bereits verendet, aber das ist einkalkuliert und rechnet sich noch, ähnlich wie die hohe Rate an Missbildungen moderner Ferkel, die von deformierten Gliedmaßen bis zu Gaumenspalten, Muskelzittern und fehlendem Anus reichen. Bei der Hochleistungszucht geht es inzwischen längst darum, kranke Schweine zu züchten - die zu einem natürlichen, normal langen Leben gar nicht mehr fähig sind -, weil sie mehr Rendite bringen.

 Die Ferkelproduktion aber braucht nach wie vor Muttersäue, die ein Opfer ihrer enormen Fruchtbarkeit werden. Die Industrie hat die Zahl ihrer Ferkel mit den ihr eigenen Methoden erheblich gesteigert. Mittels Hormonspritzen wird die arme Sau gezwungen, praktisch ihr ganzes Leben trächtig zu sein und anschließend kurz zu säugen. 50 Prozent der Mutterschweine müssen die ganze Schwangerschaft in einem Kastenstand verbringen, der so eng ist, dass er ein Umdrehen unmöglich macht. Ohne Bewegungsmöglichkeit bekommt sie in der Regel extremen Knochenschwund, ohne Einstreu und  Suhlmöglichkeit überziehen vom Reiben am Käfig oft Geschwüre ihre Haut. Aus Kostengründen und um unerwünschte Gewichtszunahmen zu vermeiden, lässt man die Sauen oft hungern. Aber selbst wenn sie in winzigen Buchten gehalten werden, wie es sich auf Druck von Tierschützern allmählich durchsetzt, bleibt das Schweineleben eine entsetzliche Qual.

Reinliche Tiere im Fäkalienregen

Das Elend der Schweine wird noch durch die unbeschreibliche Enge gefördert, in der die Tiere zusammengedrängt sind. Normalerweise würden sich Schweine Schlafnester bauen und niemals an dem Ort ausruhen oder schlafen, wo sie gekotet haben. In den modernen Ställen stehen sie aber buchstäblich in ihrer eigenen »Scheiße«, müssen darauf herumtreten und dann auch liegen, ohne jede Auslauf- und oft auch Bewegungsmöglichkeit. Diese Art von »Zucht« behandelt sie unvergleichlich schlimmer als Mörder in Zuchthäusern, die die Möglichkeit zum Hofgang haben und das Sonnenlicht sehen dürfen. Moderne Schweine erleben nichts von dem, nur bedrückende Enge und Qual.

Auch wenn uns die Umgangssprache etwas anderes glauben macht:

In der Natur sind frei laufende Schweine reinliche Tiere, die ihren Kot meiden. In der Tierfabrik werden die abgesetzten Ferkel aber in enge Mastkäfige gesperrt, die aus Platzgründen übereinander gestapelt sind. Wie Zeit ist auch Raum Geld. Dadurch fallen beziehungs- weise tropfen die Fäkalien der Oberen ständig auf die Unteren.

Diese reinlichen, intelligenten Tiere werden also von Anfang an gezwungen, in einem Regen aus Kot und Urin zu leben, und nicht wenige verenden, viele werden offensichtlich verrückt. Tatsächlich scheinen eine Menge Schweine unter diesen modernen Bedingungen im psychiatrischen Sinn wahnsinnig zu werden und wie verrückt gegen die Gitterstäbe ihrer engen Käfige zu drücken oder manisch daran zu lecken.

Am fürchterlichsten für mitfühlende Menschen ist es vielleicht, das sogenannte Trauern anzuschauen. Das Schwein sitzt dann auf den Hinterläufen und lässt den Kopf in offensichtlich tiefer Hoffnungslosigkeit hängen, es hat sich anscheinend aufgegeben.

Was der Mast dient...

 In dieser Dauerfoltersituation der Käfige verbringen die Schweine den größten Teil ihres kurzen Lebens. An dessen Ende werden sie in extrem engen Buchten gehalten, damit sie sich kaum bewegen, was nur Kalorien verbrauchen und das Mastergebnis verschlechtern würde. Die Temperatur ist jetzt erhöht und das Licht abgedunkelt, damit sie apathisch werden und nicht etwa übereinander herfallen, was in dem inzwischen erreichten Zustand des Wahnsinns sonst leicht vorkäme.

Kümmerlinge, die nicht schnell genug zunehmen, werden an den Hinterläufen aus den Buchten gezogen und mit dem Rüssel auf den Betonboden geschlagen. Das nennt sich »Klopfen« und ist die »normale« Tötungsmethode bei diesen Tieren. Foer zitiert einen Arbeiter: »Wir schwingen sie einfach raus, klopfen sie auf den Boden und schmeißen sie an die Seite. (...) Wenn man dann wieder in den Laderaum kommt, und manche sind noch am Leben, muss man sie noch mal klopfen. Manchmal bin ich reingekommen, und da liefen welche rum, denen ein Augapfel raushing, oder sie bluteten wie verrückt, oder der Kiefer war gebrochen. (100) Dieses Schicksal widerfährt pro Tag und Betrieb Dutzenden und ist einkalkuliert und immer noch billiger, als diese »Verweigerer« mitzuschleppen.  


 Alles wird nur nach Kosten berechnet, wie übrigens auch schon mittels darauf abgestimmten Computerprogrammen auf Intensivstationen unserer Krankenhäuser. Diese Kosten-Nutzen-Rechnungen haben angeblich gar keine Konsequenzen für das ärztliche Handeln, ergibt die Nachfrage. Man fragt sich nur, warum sie dann gemacht werden? Verrohung ist ein grundsätzlicher Prozess, der sich in der Regel nicht auf Einzelbereiche beschränkt, sondern sich in eine Gesellschaft hineinfrisst wie ein Krebsgeschwür.

Tiergesundheit? Eine Farce!

 Die Frage, wieso überhaupt noch so viele Tiere diese Folter bis zum Schlachthof überstehen, beantwortet Foer: »Eine ganze Flut Antibiotika, Hormone und anderer Medikamente, die dem Futter beige- mischt wird, hält die meisten Tiere trotz der schaurigen Bedingun- gen am Leben. (101)

Nicht selten bekommen sie schon beim Warten aufs Schlachten einen Herzinfarkt - in einem Herzen, das dem menschlichen anatomisch zum Verwechseln ähnlich ist. Deshalb bekommen heute Herzkranke oft statt künstlicher Herzklappen solche vom Schwein eingesetzt.

Und nicht selten versagen den armen, armen Schweinen vor dem Schlachten die Beine, und sie fallen hilflos zur Seite, um dann in der Regel liegen gelassen zu werden, bis sie sterben. Oder man entsorgt sie gleich lebendig als Abfall.

Eine entsprechende Momentaufnahme aus dem deutschen Schweineschlachthof von der Praktikantin Christiane Haupt: »Ich möchte, ich muss sprechen, es mir von der Seele reden. Ich ersticke daran. Von dem Schwein möchte ich erzählen, das nicht mehr laufen konnte, mit gegrätschen Hinterbeinen dasaß. Das sie solange traten und schlugen, bis sie es in die Tötungsboxhineingeprügelt hatten. Das ich mir hinterher ansah, als es zerteilt an mir vorüberpendelte: beidseitiger Muskelabriss an den Innenschenkeln. Schlachtnummer 530 an jenem Tag, nie vergesse ich diese Zahl.« Und an anderer Stelle: »Als ich zum ersten Mal bewusst erfasse - am zweiten oder dritten Tag -, dass ausgeblutete, abgeflammte und zersägte Schweine noch zucken und mit dem Schwänzchen wackeln, bin ich nicht in der Lage, mich zubewegen. > Sie-sie zucken noch ...<, sage ich, obwohl ich ja weiß, dass es nur die Nerven sind, zu einem vorübergehenden Veterinär. Der grinst: >Verflixt, da hat einer 'nen Fehler gemacht - das ist noch nicht richtig tot!< Gespenstischer Puls durchzittert die Tierhälften, überall. Ein Horrorkabinett. Mich friert bis ins Mark. (102)

Dieser Sachverhalt hört sich in einer Untersuchung des wissenschaftlichen Ausschusses der EU für Tiergesundheit und Tierschutz von 1997 folgendermaßen an: In Käfigen gehaltene Schweine - wie also alle in der modernen Tierfabrik - wiesen weichere Knochen auf, hätten ein gesteigertes Risiko von Beinverletzungen, Herz-Kreislauf- Problemen und Harnwegsentzündungen, und ihre Muskelmasse schwinde oft so weit, dass die Tiere kaum noch zu größeren Bewegungen imstande seien. (103)

Wollen Sie diesen Wahnsinn essend unterstützen? Oder anders gefragt: Wollen Sie es riskieren, diese Energie des Wahnsinns zu sich hereinzuholen? Oder noch direkter gefragt: Trauen Sie sich zu, mit solchen Energien fertig zu werden, ohne selbst Schaden zu nehmen? Solche modernen Schweine bringen uns heute gewiss kein Glück, wie es die Symbolik eigentlich nahelegt. Im Gegenteil: Wenn wir sie essen, bringen sie uns Elend und Unglück, genau wie es ihnen selbst durch uns widerfahren ist. Menschen, die Mitgeschöpfen so etwas antun, sind wirklich keine Schweine, denn kein Schwein würde das einem anderen oder einem Menschen antun. Diese Leute und natürlich auch die Verantwortlichen, die eigentlichen Drahtzieher, die sich selbst die Hände nicht schmutzig machen, aber am Leid verdienen, stehen demnach moralisch noch weit unter dem, was der Volksmund ein Schwein nennt.

 Keineswegs sind die Zustände bei den anderen Tierarten besser. Beim Geflügel sind sie sogar noch schlimmer, bei den Rindern zwar in der Haltung besser, dafür bei der Schlachtung oft mindestens so grausam.

 Fazit: Das Leben von Schweinen ist noch qualvoller als ihr Tod. Was man ihnen ohne Narkose antut, ist nur mildem Begriff Folter zu fassen und treibt sie in den Wahnsinn. Alles wird dem Ziel der schnellen, kostengünstigen Mast untergeordnet, wirklich alles.

AUSWIRKUNGEN VON TIERISCHEM LEID AUF UNS

Wir müssen uns ernstlich fragen, ob nur das absichtliche Verursachen von Leid als Grausamkeit bezeichnet werden muss oder auch unsere Gleichgültigkeit ihm gegenüber? Oder noch direkter: Wie viel Leid nehme ich für mein Essen in Kauf- bei den Tieren und anschließend in meinem Magen und Darm und Organismus, in meinerSeele? Dieses Leid lebt dort weiter, auf der seelischen Ebene, aber auch konkret körperlich. Ist es wirklich ein Zufall, dass Dickdarmkrebs die zweithäufigste Krebsart bei westlichen Menschen ist? Tun wir uns das mit dem mut- und freiwilligen Essen von gequältem Tierfleisch und der entsprechenden Bewusstseinshaltung dahinter selbst an? Wenn wir Magen- und Speiseröhrenkrebs hinzurechnen, wird der Zusammenhang rechnerisch noch deutlicher. Wir können dieses Fleisch möglicherweise auch deshalb nicht verdauen und reagieren mit Krebs der Verdauungsorgane, weil es von Leid durchtränkt ist.

Rufen wir uns die Fakten ins Gedächtnis:

1. Menschen, die Tierfleisch und -produkte essen, bricht und versagt das Herz früher und ungleich häufiger als vegan lebenden. Im Schatten der Allesesser liegen nicht gelebte Herzlichkeit, Herzensgefühle und Herzenswünsche.

2. Allesesser erleben ungleich häufiger, wie ihnen der Krebs Magen und Darm zerfrisst Tatsächlich ist Krebs in seiner ersten Phase ein Aggressions-, in seiner zweiten ein Wachstumsthema und in seiner dritten und letzten ein Akt der Selbstzerfleischung. Im Schatten der Betroffenen liegen ungelebter Mut und ebensolches Wachstum wie auch der Wille, sich offensiv und radikal mit sich selbst zu beschäftigen und den eigenen Weg der Individuation zu gehen.

Tierkost schwächt Allesesser in ihrem Abwehr-, aber auch Knochensystem. Das heißt, sie können sich der Angriffe von außen immer schlechter erwehren und sich immer weniger auf inneren Halt verlassen, den ihnen die Knochen geben sollten. Somit werden sie zu Menschen, die sich (ihrer Haut) nicht mehr wehren können und innerlich haltlos sind. Sie altern natürlich auch vorzeitig, da ihr geschwächtes Abwehrsystem sie nicht mehr ausreichend schützen kann.

Diese Liste ließe sich fast beliebig verlängern.

Wie wir uns Leid und Qual einverleiben

Im Zusammenhang mit dem, was Tieren angetan wird, gilt es, sich der seelischen Konsequenzen bewusst zu werden und damit der wissenschaftlich noch nicht fassbaren Auswirkungen auf Bewusstsein und Leben.

Wer sich so viel Leid und Qual einverleibt, wird anschließend viel Leid und Qual in sich haben und mit sich herumschleppen. Er wird sich möglicherweise selbst durch sein Leben schleppen, ein Phänomen, das mir in über 30 Arztjahren bei Fleischessem oft, bei vegan Lebenden noch nie aufgefallen ist. Eine Nahrung mit solchen Energien kann nicht spurlos an Allesessern vorbeigehen. Und das Schlimmste:  Wir müssen auch mit einer  entsprechenden seelischen Verrohung rechnen.

Dafür gibt es leider viele Hinweise, und zwar längst nicht nur bei den Arbeitskräften in den Tierfabriken und Großschlachthöfen.wennglelch sie an diesen besonders deutlich werden. Selbst vor den eigenen Haustieren macht ja die Gefühllosigkeit nicht Halt.

63 Prozent der US-Amerikaner halten sich zwar Haustiere, und das wahrscheinlich in mehrheitlich menschlich integerer Absicht. Tatsächlich gibt es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten aber auch Kommunen, die Entsorgung für lästig gewordene Haustiere anbieten, verschiedene Klappen getrennt für Katzen, kleine Hunde und große Hunde. Auf Rutschen gelangen des Menschen »beste Freunde« dann allerdings in ein und demselben Käfig, wo sie sich zerfleischen und die Reste einmal pro Woche verbrannt werden.

Nicht einmal die Hälfte der Hunde und Katzen, die in den USA in Tierheimen landen, wird adoptiert. Die Mehrheit wird zu Tierfutter verarbeitet. Wer die Deutschen für besonders tierlieb hält, sollte sich vor Augen halten, wie die Tierheime in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn überquollen von zurückgelassenen »besten Freunden«, als Parlamentarier und ihre Beamten und Lobbyisten sich nach Berlin auf und davon machten. Von solchen Leuten ist wenig Mitgefühl und Tierschutz zu erwarten.

 Was wir Tieren antun, das tun wir auch Mitmenschen und uns selbst an oder: »Was du dem Geringsten deiner Brüder tust, hast du mir getan«, sagt Jesus. Wenn wir uns gegenüber Tieren vergessen, vergessen wir uns auch leicht gegenüber Menschen und ebenso gegenüber uns selbst. Aber auch was wir gegenüber Tieren vergessen, vergessen wir allmählich gegenüber uns selbst, wie etwa Mitgefühl und Erbarmen.

An der Erkenntnis führt kein Weg vorbei: Wie wir Mitgeschöpfen und anderen fühlenden Wesen begegnen, so begegnen wir auch uns selbst. Wie wir mit Tieren umgehen, so mit unserer eigenen Natur oder jedenfalls mit Teilen von ihr. Wenn wir Krieg führen gegen sie, richtet sich das auch gegen uns selbst.

Jeder Esser von Fleisch aus Tierfabriken, also fast 100 Prozent der Fleischesser, leidet, ob er das merkt oder nicht, an einem inneren Bürgerkrieg.  

Von Antibiotika-Resistenz zur Schweinegrippe

  Übersetzt nach »Krankheit als Symbol« heißt das, diese Menschen werden, wenn sie sich die Situation nicht ehrlich eingestehen, anfällig für Autoaggressionskrankheiten, Allergien und Infektionen. Genau das aber erleben wir immer dramatischer. Seit 50 Jahren nehmen wir Massentierhaltung hin, und in den letzten 30 Jahren ist die Allergierate von 8 auf über 40 Prozent angestiegen. Dass es da über die Symbolik und Analogie hinaus auch ganz konkrete Zusammenhänge gibt, ist nicht weiter erstaunlich. Die Massenhaltung von Tieren erhöht deren Krankheitsanfälligkeit enorm, weswegen in den riesigen Ställen richtiggehende Medikamentenorgien veranstaltet werden mit Desinfektionsmitteln (Bioziden) einerseits und Antibiotika andererseits. Zum Glück sollen diese in der EU - jedenfalls als Prophylaxe - in Zukunft verboten werden (wer's glaubt wird seelig). Der wissenschaftliche Ausschuss »Neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken«, der die europäische Kommission berät, hatte in mehreren Laborstudien einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Bioziden und An- tibiotika-Resistenz festgestellt. Die Biozide bleiben aber trotzdem auch in der EU weiterhin erlaubt.

 Auf diesem Weg werden nachweislich Resistenzen unter Erregern gefördert. Das heisst, der verschwenderische Einsatz von Bioziden und Antibiotika im Stall nimmt uns die letzten Waffen gegen Erreger in Krankenhäusern und Praxen.

 Die extrem enge, unnatürliche Unterbringung in der Massentierhaltung fördert außerdem die Möglichkeit gleichzeitiger Ansteckung mit mehreren Viren, deren Erbgut sich dann neu kombinieren kann. Die Schweinegrippe war zwar noch vergleichsweise harmlos für unsere Gesundheit, aber schon weniger für die der Tiere und übrigens auch für uns als Steuerzahler. Jedenfalls war sie kein Zufall, und sie könnte irgendwann wirklich zu einer Pandemie werden. Wissenschaftler sind sich einig, dass die Massentierhaltung d : Aufkommen neuer Viren und Bakterien begünstigt, die zwischen Menschen und ihren Nutztieren ausgetauscht werden, und dass diese eine wach- sende Bedrohung darstellen.

 Die Grundlagen für solche neuen Gen-Mischungen haben wir erst mit der Massentierhaltung geschaffen. Wir züchten in diesen Zuchthäusern billiges, unbekömmliches Fleisch und nebenbei potenziell tödliche Erreger und verpesten obendrein die Umwelt in einem bisher noch gar nicht diskutierten Ausmaß.

 Direkte seelische Konsequenzen: Verrohung

 Noch stärker als die Esser von Fleisch sind natürlich die Produzenten solcher Elendsnahrung betroffen. Wie es Unternehmern und Besitzern wie auch Aktionären von Schlachthöfen, Tierzuchthäusern, Mastbetrieben etc. seelisch geht, können wir nur vermuten. Mir tun sie von Herzen leid und ich würde ihnen wünschen, ihnen bliebe ein Elend, wie sie es unzähligen Kreaturen antun (lassen), erspart. Aber nach 30 Jahren Psychotherapie glaube ich das nicht mehr und weiß es leider besser. Alles muss verantwortet werden und alles kommt zum Ausgleich. So darf den Verursachern mit Recht grauen, ihr erbarmungsloses Handeln und Leben hat alle Chancen, erbärmlich zu enden. So dumpf kann eine Seele nicht sein, dass sie am Ende nicht Ausgleich sucht - und irgendwann auch findet.

Was US-Farmer angeht, ist ihre viermal so hohe Selbstmordrate wie bei der übrigen Bevölkerung belegt. Und ein Mensch muss verzweifelt sein, wenn er Hand an sich legt. Diejenigen, die unter den beschriebenen Bedingungen ständig und routinemäßig Hand an wehrlose Tiere legen wie die in der Regel ungelernten Arbeiter der Tierfabriken, sind sicherlich auch verzweifelt über sich und ihr Tun,  ob sie sich das eingestehen oder nicht. Unter Zeitdruck und schlechter Bezahlung leidend, werden sie damit seelisch natürlich nicht fertig. Sie neigen dazu, ihre Aggression »-nach unten« weiterzuleiten, und Tiere werden so hilflos ausgelieferte Opfer scheußlicher Perversionen. Letztlich quälen »arme Schweine« arme Schweine.

 Deren vulgäre Sprache, wenn sie bekennend ihr gequältes Herz erleichtern, entspricht ihnen und ihrem Leben. Durch Abscheu davor lässt sich dem Thema allerdings nicht entkommen, das ist nur durch die richtige Entscheidung beim Essen möglich. Sprache ist nur Ausdruck einer Schwingungsebene, deren unmittelbarste Auswirkung wir erfahren, wenn wir uns das Ergebnis solcher Arbeit körperlich einverleiben.

Gail Eisnitz(104) hat eine ganze Sammlung solcher Scheußlichkeiten aus Gesprächen mit Arbeitern aus dem Elendsbereich moderner Tierzucht zusammengetragen. »Es ist nicht leicht, darüber zu reden. Du stehst unter totalem Stress, dem ganzen Druck. Und es klingt richtig gemein, aber ich habe ihnen den Elektro-Treibstab in die Augen gesteckt. Und ihn dort gelassen.« »Wenn du ein Schwein hast, das sich weigert, sich zu bewegen, nimmst du einen Fleischhaken und hakst ihn in seinen Anus ..., dann ziehst du ihn zurück. Du ziehst diese Schweine, während sie leben, und oft reißt der Haken aus dem Arschloch.« »Im Tötungsbereich, wo immer viel Blut fließt, macht einen der Blutgeruch ganz aggressiv. Wirklich. Du kriegst die Einstellung, dass, wenn ein Schwein nach dir tritt, du es ihm heim- zahlst. Eigentlich tötest du es ja schon, aber das reicht noch nicht. Es muss leiden ... Du gehst hart ran, setzt ihm zu, schlägst ihm die Luftröhre kaputt, lässt es in seinem eigenen Blut ertrinken. Spaltest ihm die Nase. (...) Ich war nicht der Einzige, der solche Sachen gemacht hat. Ein Schlachter (...) treibt die Schweine manchmal noch lebend in das Brühbad. Und jeder - die Treiber, die Anhänger, die Saubermacher - schlagen Schweine mit Metallrohren. Jeder weiß das, alles.« Oder: »Ein lebendes Schwein guckte an mir hoch, und ich nahm einfach mein Messer und nahm ihm das Auge raus, während es einfach da saß. Und dieses Schwein schrie einfach nur.« Oder; »Die Mehrzahl von Kühen, die sie aufhängen, (...) ist noch am Leben. Sie öffnen sie. Sie sind immer noch am Leben. Ihre Füße sind abgeschnitten. Sie haben ihre Augen weit aufgerissen, und sie weinen. Sie schreien, und du kannst sehen, wie ihnen die Augen fast rausspringen. (105)

Die Grausamkeiten sind belegt

  Für die erschreckende Verrohung von Arbeitskräften in Tierfabriken und Großschlächtereien gibt es viele entsetzliche Belege und genügend Berichte von den Arbeitern selbst, denen es zu viel wurde. »Ein mit versteckter Kamera aufgenommenes Video aus einer Tierfabrik in North Carolina zeigte, dass einige Arbeiter täglich Tiere verprügelten, mit einem Schraubenschlüssel auf trächtige Sauen eindroschen, Muttertieren eine Eisenstange tief in Rektum und Vagina rammten. (...) Weitere Aufnahmen zeigen, wie Mitarbeiter Schweinen bei vollem Bewusstsein Beine absägten oder die Haut abzogen.« Und weiter: »Mehrere Jahre dauernde Untersuchungen in einem weiteren Betrieb wiesen die systematische Misshandlung von 10 000 Schweinen nach: Mitarbeiter drückten Zigaretten auf Tieren aus, schlugen sie mit Harken oder Schaufeln, strangulierten sie, warfen sie in Güllegruben und ließen sie ertrinken. Man steckte den Schweinen Elektroschocker in die Ohren, in die Vagina oder den Anus. Die Untersuchung belegte, dass die Betriebsleiter diese Misshandlungen billigten, doch die Behörden weigerten sich, Ermittlungen einzuleiten. Dieser Verzicht auf Strafverfolgung ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. (106)  Auch was Fleischkonsum und -produktion angeht, sind die USA das große schreckliche Vorbild der Welt. Doch es spricht kaum etwas da- für, dass es bei uns anders wäre. In den hiesigen Schlachthöfen geht es nicht besser zu.


Das Fazit der Tierarztpraktikantin Christiane Haupt nach ihrem Praktikum im durchschnittlichen deutschen Schlachthof: »Es gibt mir zu denken, dass ich - von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen - die hier arbeitenden Leute gar nicht als Unmenschen empfinden kann, sie sind nur abgestumpft, wie auch ich selbst mit der Zeit. Das ist Selbstschutz. Man kann es sonst nicht ertragen. Nein, die wahren Unmenschen sind all jene, die diesen Massenmord tagtäglich in Auftrag geben, die durch ihre Gier nach Fleisch Tiere zu einem erbärmlichen Dasein und einem noch erbärmlicheren Ende - und andere Menschen zu einer entwürdigenden und verrohenden Arbeit zwingen. (107)


Der Arzt Dr. Hendrich dazu: »Für mich als Arzt mit Kenntnissen in Psychologie und Psychiatrie sind solche extremen Tierquälereien in Schlachthöfen nicht wirklich erstaunlich. Nach Auswertung zahlloser Filmdokumente scheint mir der Schlachthof ein idealer Ort zu sein, wo sadistische Perversionen (so gut wie immer) straffrei ausgelebt werden können. Auch dieses sollte jedem Konsumenten von tierischen Produkten klar sein. (108)

Der Tod sitzt im Darm

Dass so viele Fleischesser unter Verstopfung leiden, ist nur folgerichtig, denn was sie sich einverleiben, ist - seelisch gesehen - unverdaulich. Sie sind dumpf und ihre Sinne sind abgestumpft wie die der Tiere, die sie essen: die kein Tageslicht mehr sehen, mit künstlichen Rhythmen auf Leistung getrimmt, deren Sinnesorgane mutwillig oder nebenbei beschädigt werden wie bei Hühnern, denen die Schnäbel weggeschnitten...