57 Tonnen illegales Schaffleisch gefunden

57 Tonnen illegales Schaf-Fleisch entdeckt

Der nächste Akt im europaweiten Lebensmittelskandal? Bei einer französischen Firma ist im grossen Stil verbotenes Schaffleisch gefunden worden. Die Verantwortlichen sind keine Unbekannten.

 

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Schaffleisch darf in der EU nur unter strengen Auflagen verkauft werden. (Bild: Keystone/Arno Balzarini)

Wer dachte, dass die Fleischindustrie ihren Tiefpunkt mit dem Pferdefleischskandal erreicht hat, irrt. Nun haben die französischen Behörden bei Kontrollen grosse Mengen unzulässigen Schaffleischs entdeckt – und zwar ausgerechnet bei der Firma Spanghero, die schon beim Pferdefleischskandal zu den Hauptverantwortlichen zählte. Von ihr stammte auch das Pferdefleisch, das über Umwege in die Coop-Lasagne gelangte.

 

57 Tonnen Schaffleisch aus Grossbritannien seien bei der Firma im südfranzösischen Castelnaudary gefunden worden, teilten die Staatsanwaltschaft im südfranzösischen Carcassonne und die Regierung in Paris mit. Spanghero soll das Fleisch vom holländischen Händler Draap Trading geliefert bekommen haben, der ebenfalls in den Pferdefleischskandal verstrickt ist.

 

Produkte zurückgerufen


Schaffleisch darf in der EU nur unter strengen Auflagen verkauft werden. Die Vorschriften waren im Zuge der Rinderseuche BSE und der Schafskrankheit Scrapie verschärft worden. Die 57 Tonnen Schaffleisch, die bei Spanghero gefunden wurden, verstossen gegen diese Vorschriften.

Nach Angaben des französischen Staatsministers für Lebensmittelfragen, Guillaume Garot, wurde nach dem Fund bei Spanghero die Justiz eingeschaltet. Alle fraglichen Produkte seien zurückgerufen worden. Das Fleisch wurde unter anderem zu Würsten verarbeitet.

 

Viele Fragen sind gemäss französischen Medien aber noch offen. So ist nicht bekannt, in welchen Ländern die betroffenen Produkte auf den Markt gekommen sind. Auch inwiefern Spanghero die Verantwortung trägt, ist noch Gegenstand der laufenden Untersuchungen.