Protest gegen WLAN an Schulen

Kreuzlingen – Die moderne Kommunikation ist Fluch und Segen zugleich: Während die einen die Mobilität und Bequemlichkeit preisen, weisen die anderen auf mögliche Gefahren und Risiken der Technologien hin. Um die Einführung von WLAN in Kreuzlinger Schulen gibt es jetzt eine hitzige Debatte.

Die zunächst schulinterne Ankündigung von Präsident Jürg Schenkel vor wenigen Wochen, zu Schuljahresbeginn im kommenden Jahr in den Kreuzlinger Primarschulen drahtlose Funknetzwerke (WLAN) zur Nutzung tragbarer Computer (Tablets) einzuführen, hat umgehend den Verein «Strahlungsfreies Kreuzlingen» auf den Plan gerufen. In einem Brief an den Schulpräsidenten verleihen die Aktivisten ihrer Sorge über die «gesundheitlichen Risiken der schädlichen Funkstrahlung» Ausdruck und weisen auf Studien hin, die insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ein solches Risisko belegten. Dem Brief liegt ein Katalog mit 17 Fragen bei, den Jürg Schenkel zeitnah nach den Herbstferien beantworten soll.

Zwangsbestrahlung von Schülern
Um ihrer Bitte Nachdruck zu verleihen, traten Vereinspräsident Stefan Zbornik und Mitglied Jost Rüegg am Montag vor die Medien. Sie machten klar, dass es Menschen gebe, die sehr sensibel auf elektromagnetische Strahlung reagieren und sprachen von «potenzieller Körperverletzung».  «WLAN an Schulen führt zu einer Zwangsbestrahlung von Schülern», so IT-Experte Zbornik. Er fragt: «Wo und wie sollen elektrosensible Kinder ihrer Schulpflicht nachkommen, wenn alle Schulen und Kindergärten in Kreuzlingen mit WLAN ausgestattet sind?»

Unterstützt in ihren Bemühungen sehen sich Zbornik und Rüegg durch den Thurgauer Regierungsrat. 2008 sprach dieser sich für eine konventionelle Verkabelung statt des Einsatzes von WLAN aus, wenn keine zwingenden Anforderungen an die Mobilität gestellt werden. Der Regierungsrat empfahl den Schulgemeinden, auf den WLAN-Gebrauch zu verzichten, wenn die bauliche Situation in einem Schulhaus eine Verkabelung zulässt.

 

Pädagogisch notwendig?
Da in allen Kreuzlinger Schulhäusern bereits leistungsfähige Internetzugänge vorhanden seien, stellt sich für den Verein zudem die Frage, weshalb jetzt noch zusätzlich «kostspieliges WLAN» installiert werden müsse: «Mit welcher pädagogischen Notwendigkeit lassen sich diese hohen Kosten rechtfertigen?», will Rüegg wissen.

 

Kosten von 60000 Franken
Damit konfrontiert ärgert sich Schulpräsident Schenkel zunächst über den «schlechten Stil» der beiden Aktivisten, nicht seine Antworten auf die Fragen abzuwarten, sondern sofort an die Öffentlichkeit zu gehen: «Man könnte den Eindruck erhalten, dass es Herrn Zbornik weniger um eine sachliche Abklärung geht, als vielmehr um Medienpräsenz, womit Eltern mehr verunsichert, denn aufgeklärt werden.»  Ihm zufolge habe die Erweiterung auf WLAN in der Primarschule den Zweck, mobile Geräte in den Klassenzimmern einsetzen zu können. «Hierzu wird ein dezentral angelegtes Funknetzwerk installiert. Finale Inbetriebnahme ist im Sommer 2014.» Die Kosten für die WLAN-Installation betragen 60000 Franken. «Ob die Tablets gekauft oder wie andere Geräte geleast werden, ist noch offen», so Schenkel. In Kindergärten werde es hingegen kein WLAN geben.

Befürchtungen des Verein über eine permanente, starke Bestrahlung in den Schulhäusern möchte Schenkel dadurch zerstreuen, dass im Unterschied zum heimischen WLAN «sehr schwache Sendeleistungen im Einsatz» sein werden: «Es wird bewusst nur soviel Leistung eingesetzt, dass ein jeweiliges Klassenzimmer abgedeckt wird.» Pro Schule werde laut Schenkel auch nur ein Klassensatz von 24 Tablets angeschafft – und nicht für alle Schüler.

 

Technischer Fortschritt
Für ihn habe die Arbeit mit den modernen Mobilcomputern den Vorteil, dass sie Schüler zum Lernen animieren: «Wir nutzen dabei spezielle Programme, die übrigens teilweise auch offline funktionieren.» Die Empfehlungen des Regierungsrates kontert der Schulpräsident mit der Feststellung, dass sich in den letzten fünf Jahren auf dem Kommunikationssektor erstaunlich viel getan habe. Bei der Planung des Schul-Netzwerkes und der Erweiterung für mobile Geräte seien zeitgemässe Empfehlungen der PHTG und des Bundesamtes für Gesundheit umgesetzt worden. Es gebe folglich keinen Grund zur Besorgnis.

Kommentar von Claudio Graf:

 


ich habe auch heute den Beitrag in der KreuzlingerZeitung gelesen, wobei mir der letzte Spruch vor allem sehr sauer aufgestossen ist: »es gebe folglich keinen Grund zur Besorgnis« - dann gerade ist immer eine besondere Beobachtung und Hinterfragung notwendig.

Obwohl ich (oder gerade deswegen) weil ich schon dreissig Jahre im EDV-Bereich (www.cgc.ch) tätig bin und ebenfalls ein solches WLAN zuhause habe, was ich Nachts abschalte (leider strahlen da noch über 8 weitere bis in mein Büro), argumentiere ich gegen ein WLAN in der Schule aus folgenden Gründen:

Meine Argumentation »Schule ohne WLAN« beruht darauf, dass Strahungen (Elektrosmog) welcher Art auch immer das Nervensystem massgeblich beeinflusst und Gesundheitsstörungen (Allergien sind meist erste Anzeichen davon) und den Körper in eine Stress-Situation bringen, die den Lernerfolg behindern, wenn nicht sogar blockieren.

Man kann übrigens auch auf meiner Seite zu Elektrosmog einiges lesen:

http://cgconsult.jimdo.com/2013/07/21/was-tun-gegen-elektrosmog/
http:// cgconsult.jimdo.com/mich-beschaeftigt/mikrowelle/
http:// cgconsult.jimdo.com/startseite/neuste.../rettet-die-bienen/
http:// cgconsult.jimdo.com/startseite/dorfladen.../so-hat-es-angefangen/
http:// cgconsult.jimdo.com/politik/praesidentenprogramm/
http:// cgconsult.jimdo.com/apple/iphone/swisscom-rüstet-auf/
http://www.buergerwelle-schweiz.org/

Abgesehen davon gibt es für verschiedene WLAN konzipierte Geräte bereits Ethernet-Adapter:
MacBookAir: http://store.apple.com/de/product/MC704ZM/A/apple-usb-ethernet-adapter?mco=MTk0MjUyODE
iPad: http://www.ebay.com/bhp/ipad-ethernet-adapter
http://www.zentodone.eu/internet-immer-und-uberall-ethernet-adapter-ipad-ethernet-adapter-iphone-ethernet-adapter-macbook/

...selbst wo man noch keine Ethernetverkabelung antreffen kann, bietet sich das hausinterne Stromnetz via Power-Adapter an als drahtgebundenes Netzwerk zu nutzen. Es gibt also keinen Grund überhaupt in den Schulen ein WLAN einzurichten.

 

Es geht in diesem Zusammenhang auch darum, die Schüler einmal richtig zu informieren und aufzuklären. Dir Folgen von Elektrosmog in ihrem aktuellen und zukünftigen Leben erlebbar zu machen.


Abgesehen davon läuft auf der Strasse bald jede(r) gesenkten Blickes auf sein Mobile und ist bald nicht mehr fähig, für eine normale Konversation von Mensch zu Mensch !!! HALLOO!!

Ich werde in dieser Sache mit Sicherheit meinen Enfluss geltend machen und als ehemaliger Schulpräsident von Münsterlignen kenne ich Jürg Schenkel bestens, wobei ich ihn persönlich schätze und hochachte, weil er wirklich viele Verdienste hat.

Aber ich denke, man müsste auch ihn wirklich dazu bewegen, mal das Thema tiefer zu hinterfragen und die mittlerweile tausenden von Informationen im WWW zur Kenntnis zu nehmen.

Wenn wir ihm und dem Schulrat eine Alternative anbieten können, dann wird er sich bestimmt überlegen, weiterhin eine Pro-Haltung einzunehmen.

 

Ich habe zwar Verständnis für seine Situation, den Fortschritt der Schule zu fördern, aber einmal ist genug und die Gesundheit der Kinder ist mit Sicherheit auch sein persönliches Anliegen.