Staatsanwälte ermitteln gegen Pharmaunternehmen und gegen Krebsärzte

Publiziert am 10 April, 2012 unter Allgemein
Gute Nachrichten
Krebserkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauferkrankungen in Deutschland. Seit nahezu einhundert Jahren ist man bei der Bekämpfung von Krebs nicht entscheidend weiter gekommen. Den Krankenkassen kosten die Behandlung von Krebskranken Jahr für Jahr Abermillionen von Euro. Ich weiß, dass Zynismus auf unserer Seite mit guten Nachrichten eigentlich nichts zu suchen hat, aber – zynisch betrachtet – ist die Bekämpfung von Krebs weltweit  ein Milliardengeschäft für die Pharmaindustrie.

Krebs kann bis dato nur von speziellen Ärzten und mit speziellen Präparaten behandelt werden. Der normale Hausarzt ist damit weit überfordert. Es gibt eine handvoll Pharmahersteller und relativ wenig Ärzte (Onkologen), die mit diesen Präparaten arbeiten. Es handelt sich quasi um einen erlesenen Zirkel. Und genau hier lauern gewisse Gefahren, die mit Habsucht, Geldgier und Kriminalität umschrieben werden können.
Wie der Spiegel am Freitag vorab berichtete, wird von verschiedenen Staatsanwaltschaften gegen drei Pharmaunternehmen ermittelt, die bis zu 47 Krebsärzte bestochen haben sollen, damit diese Ärzte deren Mittel bei der Behandlung von Krebspatienten verwenden. Die Unternehmen sollen pro Patient „mehrere hundert Euro“ an die Kassenärzte bezahlt haben, damit diese die bewussten Mittel bei den Patienten einsetzen. Bis 2008 flossen die Mittel über „Mietzuschüsse“, seitdem ist das Geld wohl über „Scheinstudien“ geflossen. Ein Arzt soll von 2005 bis 2011 auf diese Weise über eine halbe Million Euro kassiert haben.
Die Staatsanwaltschaft geht gegen die Pharmaunternehmen wegen Bestechung und gegen die Ärzte wegen Bestechlichkeit vor.
Kann man diesen Unternehmen und diesen Ärzten die Vergehen nachweisen, dann ist das eine gute Nachricht. Schließlich haben sich hier beide Seiten auf Kosten des Elends ihrer Patienten und auf Kosten der Krankenkassen und damit der Allgemeinheit über Jahre hinweg bereichert.
 
Quelle: spiegel