Sonntagszeitung, 03.02.2013 

Cannabis als Medizinische Wunderwaffe

 

Seit 2008 erhielten 540 Patienten diese befristete Bewilligung, gegenwärtig sind es rund 150 pro Jahr. Es könnten weit mehr sein, vermuten Fachleute. In den Niederlanden etwa wurden allein

2010 über 6000 Rezepte für Medizinal- Cannabis ausgestellt. Bei uns wissen viele Aerzte nicht einmal um die Wirkungen.

 

Viel Rauch ums Kraut.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.9 MB

Tagblatt Online, 20. August 2012 01:37:00

Neuzüchtungen robust gegen Feuerbrand

GÜTTINGEN. An der Güttinger Tagung standen die Fortschritte in der Züchtung von feuerbrand-robusten Obstsorten und der Vergleich von rationellen und schonenden Ernteverfahren im Mittelpunkt.

Rund 400 Vertreterinnen und Vertreter der schweizerischen Obstbaubranche trafen sich am Samstag an der traditionellen «Güttinger Tagung». Unter ihnen erkannte man Nationalrat Bruno Pezzatti, Direktor des Schweizer Obstverbandes (SOV), und Bruno Jud, neuer SOV-Präsident, Thayngen. Lukas Bertschinger, Vizedirektor der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (ACW), ehrte Bruno Hugentobler, der als Fachstellenleiter am BBZ Arenenberg Ende Januar 2013 in Pension geht, für seine Verdienste um den Obstbau.

Wieder beträchtliche Schäden

Wie Markus Kellerhals und Isabelle Baumgartner von der ACW berichteten, hat die Bakterienkrankheit Feuerbrand auch in diesem Jahr wieder beträchtliche Schäden in Obstkulturen und an Hochstämmen verursacht. Agroscope forsche daher an der Entwicklung marktfähiger, feuerbrandrobuster Obstsorten. Kellerhals und Baumgartner zeigten sich erfreut darüber, dass erste Erfolge verbucht werden konnten. Einige vielversprechende Neuzüchtungen stehen nach ihren Angaben bereits in Pilotanlagen. Aufgrund dieser Tests konnten im laufenden Jahr sechs Neuzüchtungen ausgewählt werden, die nun im Hinblick auf eine Eignung für den Hochstamm-Anbau weiter geprüft werden.

Zwei feuerbrandrobuste Agroscope-Züchtungen mit guten Fruchteigenschaften schnitten im Freilandtest deutlich besser ab als die Sorte «Gala». Laut den beiden Fachkräften arbeiten Agroscope-Züchter mit dem Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee in Bavendorf D zusammen, da solche Freilandversuche in der Schweiz bis heute nicht möglich sind.

«Alant» und Wildäpfel getestet

Zusammen mit Fructus testet Agroscope auch alte Obstsorten auf ihre Feuerbrandanfälligkeit. Dabei ist die Apfelsorte «Alant» positiv aufgefallen. Bereits wurde diese Sorte für Kreuzungen verwendet. Die Wildäpfel «Malus robusta 5» und «Evereste» sind besonders robust gegen Feuerbrand. Als Kreuzungseltern verwendet, vererben sie neben der erwünschten Robustheit leider auch die schlechten Fruchteigenschaften weiter. Mario Tosato

Abschlachtung der Hochstammbäume im Raum Erlen Thurgau

 

Die Erlener Gelbmöstler hatten im Vorjahr zuwenig Pflanzenstärkung erhalten und zeigten damals Feuerbrandspuren, -Widerstandsfähig wie sie von Haus aus sind-  zeigten sich die Bäume im Folgejahr in absolut gesunder Verfassung und bestem Bluest für wiederum tolle Erträge. Und trotzdem wurden diese „abgeschlachtet“.


Der Obstbauer wusste, dass Hochstammbäume viel widerstandsfähiger sind. Wegen dem vorgeworfenen Vorjahresbefall  wurden gesunde Bäume abgeschlachtet. Sicherlich hätte durch eine gezielte frühere Pflanzenstärkung viel verhindern werden können.

 

Dienstag, 3. Juli 2012
Dienstag, 3. Juli 2012
120711 Bauern als Pajassen der Nation Rh
Adobe Acrobat Dokument 165.2 KB
Mittwoch 15. August 2011
Mittwoch 15. August 2011

Landwirtschaft  /  Feuerbrand  /  Presse                                     ... zurück

Der Thurgau ist ein Extremfall


Nirgendwo sonst in der Schweiz gibt es so viel mit Streptomycin belasteten Honig wie im Thurgau. Das liege an den speziellen Strukturen im Obstbau, wo das Antibiotikum eingesetzt wird, heisst es im Kanton. Das sehen aber nicht alle so.


CHRISTOF WIDMER


FRAUENFELD. Die letzten Thurgauer Honigproben sind noch im Labor. Das gesamte Ausmass der Streptomycin-Belastung lässt sich aber schon jetzt abschätzen: Rund 9 Tonnen Thurgauer Honig dürfen nicht in den Verkauf, weil zu viel vom Antibiotikum drin ist. Es stammt aus der Feuerbrandbekämpfung. Die Bienen haben es im Frühling auf den Obstblüten eingesammelt.

 

Der Thurgau ist jener Kanton, in dem mit Abstand am meisten Honig mit Streptomycin belastet ist. Zum Vergleich: Im Nachbar - Kanton Zürich musste gar kein Honig vernichtet werden. Im Kanton St. Gallen überschritten zwei Honigproben den Grenzwert- sie stammen aus Steinach an der Grenze zum Thurgau. Insgesamt mussten im Nachbarkanton 160 Kilogramm Honig aus dem Verkehr gezogen werden.
Dass ausgerechnet im Thurgau so viel Honig belastet ist, sei erklärbar, sagt Markus Harder, Chef  des Thurgauer Landwirtschaftsamts: «In keinem anderen Kanton stehen die Tafelobstanlagen so nahe beieinander.


Bienen haben keine Alternative


Streptomycin darf nur in solchen geschlossenen Intensivobstanlagen gesprüht werden. Und die stehen im Oberthurgau teils dicht an dicht. Dazwischen hat es höchstens Wiesen. Der Löwenzahn sei aber zum kritischen Zeitpunkt verblüht gewesen, sagt Harder. Die Bienen hatten keine Alternative zu den Obstanlagen. Der belastete Honig wurde dann nicht mehr mit Honig aus anderen Blütenquellen verdünnt.


Ins Bild passt, dass laut Harder westlich der Linie Münsterlingen- Berg-Sulgen kein belasteter Honig auftauchte. Betroffen vom Desaster ist einzig der Oberthurgau mit seinen vielen Intensivobst- anlagen. Ähnliche Strukturen seien nur noch am deutschen Bodenseeufer anzutreffen, sagt  Harder. Und dort müssen dieses Jahr ebenfalls gegen 9 Tonnen Honig vernichtet werden.


Dass die Struktur des Obstbaus Einfluss hat, bestätigen auch ausserkantonale Experten. Im Kanton Zürich konzentrierten sich die Anlagen nicht so stark wie im Thurgau, sagt Georg Feichtinger von der Fachstelle Pflanzenschutz des Zürcher Kompetenzzentrums Strickhof. Pollenanalysen von 2009 hätten gezeigt, dass der Obstanteil im Zürcher Honig selten mehr als 20 Prozent betrage. Allenfalls belastetes Material sei so schon im Bienenstock verdünnt worden.


Kritik aus St. Gallen

 

Nur die halbe Wahrheit ist das für Hans Oppliger von der Fach-Stelle Bienenhaltung im Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen. Entscheidend sei vielmehr, zu welchen Zeiten das Antibiotikum gespritzt werde. Der Bund erlaubt den Streptomycin-Einsatz von 20 Uhr bis 8 Uhr. Die St. Galler Obstbauern seien aber angehalten, nur in den Abendstunden zu sprühen, sagt Oppliger. Nach Mitternacht sei Schluss. Denn werde das Mittel noch am frühen Morgen eingesetzt, landeten die Bienen auf den sprühnassen Blüten.

 

Der St. Galler Ansatz habe sich bewährt, sagt Oppliger. Er wisse von Bienenständen, die mitten in mit Streptomycin behandelten Obstanlagen stehen und wo der Honig trotzdem die Grenzwerte nicht überschritt.