Milch-Politik

Emmi senkt den Milchpreis

03.08.2012 - 14:37

Milchbauern sind verärgert

Eine Milchpreissenkung zur Unzeit bringt Unruhe in den Bauernstand.

Landauf landab ärgern sich die Milchproduzenten über die Milchpreissenkung von 2 Rp./kg. Bezogen auf das ganze Jahr verliert ein Milchproduzent mit einer Jahresmenge von 200 000 kg mindestens 4000 Franken. Der umstrittene Rückbehalt von Emmi dürfte eines der Hauptthemen an der Bauernlandsgemeinde vom Samstag, 4. August, in Gross-wangen LU darstellen.

«Ausdruck der Marktmacht der Milchverarbeiter»
Eine neue Studie zeigt, dass Marktführer Emmi im Vergleich mit den übrigen grossen Molkereien betriebswirtschaftlich am besten aufgestellt ist. «Dient die neue Preissenkung nur dazu, um den Betriebsgewinn weiter zu erhöhen?» Diese Frage stellen sich viele besorgte Milchbauern. Emmi verarbeitet rund 40 Prozent der im Inland anfallenden Molkereimilch. Die Preissenkung von Emmi hat in der Schweiz eine Signalwirkung.

Peter Gfeller, Präsident der Dachorganisation der Schweizer Milchproduzenten (SMP), weist darauf hin, dass die Milchpreissenkung in erster Linie ein
Ausdruck der Marktmacht der grossen Milchverarbeiter ist. Aus der Sicht des Milchpreisindexes, der vom BLW geführt wird, wäre eine Milchpreissenkung nicht
gerechtfertigt. Für SMP-Direktor Albert Rösti ist es völlig unverständlich, dass Emmi den Milchpreis in der milchärmsten Zeit des Jahres vornimmt. Mit der Vernichtung von Wertschöpfung werde nach aussen ein völlig falsches Signal gesendet.

Bauern denken über Protestaktionen nach
Die Basisorganisation BIG-M kritisiert den Rückbehalt von Emmi als einseitiges «Diktat der Milchkäufer». Bereits stehen Vorschläge im Raum, dass die Milchpreissenkung von Emmi mit Protestaktionen beantwortet werden soll.     

 

Anton Haas