- Beitrag vom 12.04.2012

Die ungewöhnlichste Volksinitiative Geld verdienen, ohne zu arbeiten

Die heute in Bern vorgestellte Volksinitiative «für ein bedingungsloses Grundeinkommen» verspricht 2500 Franken für jeden. Und eine «neue Schweiz».

Ein Einkommen erhalten, ohne zu arbeiten? Dass diese utopisch anmutende Idee in der Schweiz Realität wird, steht für Daniel Häni ausser Frage. Die Frage sei, wann.

 

Der früheste, doch eher unrealistische Termin ist in circa drei Jahren. Dann nämlich könnte die heute in Bern vorgestellte Volksinitiative «für ein bedingungsloses Grundeinkommen» zur Abstimmung kommen.

 

«Braucht es ein gesellschaftliches Fukushima?»

 

«Es ist utopischer, sich eine Gesellschaft im Jahr 2050 ohne bedingungsloses Grundeinkommen vorzustellen, als eine mit», ist der Co-Initiant und Basler Kaffeehaus-Unternehmer überzeugt. «Die Frage ist: braucht es zuerst ein gesellschaftliches Fukushima oder gestalten wir die Zukunft aus Einsicht?»

 

2500 Franken pro Erwachsener und 625 Franken pro Kind: so lautet der im Initiativtext nicht festgeschriebene Vorschlag der Initianten. Die Höhe des «existenzsichernden Grundeinkommens» ist nur einer der Punkte, die – so hoffen die Initianten – in nächster Zeit von einer breiten Öffentlichkeit diskutiert werden.

 

Wer geht dann noch arbeiten?

 

«Wir wollen eine über den Tellerrand blickende Debatte führen», sagt Häni. Eine Debatte, die sich vor allem um die Frage der Arbeitsmotivation drehen dürfte. Denn der häufigste erste Reflex auf die Idee sei: «Dann geht ja niemand mehr arbeiten.»

«Spannenderweise beantworteten diese Frage die meisten anders, wenn sie persönlich gestellt wird», sagt Häni. Im Verlaufe der Diskussion könnten sich die beiden Menschenbilder angleichen, hofft er.

 

Die HSG-Wirtschaftsprofessorin Monika Bütler ist skeptisch. Das Problem liege in der «Bedingungslosigkeit», sagte sie kürzlich in der Sendung «Input» auf DRS 3. Konkret: Während ein Teil des Grundeinkommens mit den heutigen Sozialversicherungen finanziert werden könnte, müsste die Gesellschaft künftig auch die finanzieren, die «nicht unbedingt» arbeiten wollen.

 

Zwei aufeinanderprallende Schweiz-Bilder

 

Noch deutlicher wurde SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli in der «Tages Woche»: «Der real existierende Mensch ist ein Homo Oeconomicus. Er setzt auf materielle Anreize und geht den kürzesten, bequemsten Weg, um zu Geld zu kommen.»

 

Häni erwartet in den künftigen Diskussionen denn auch zwei «sich stark widersprechende Positionierungen»: «Auf der einen Seite die Schweiz, die auf Werten wie Misstrauen, Kontrolle und Anreizen basiert. Und auf der anderen «die neue Schweiz», die auf Selbstverantwortung und Wertschätzung baut.»

 

Der gesamten Bevölkerung eben dieser «neuen Schweiz» soll das Grundeinkommen «ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglichen». Utopie oder baldige Realität? Für Diskussionsstoff ist auf jeden Fall gesorgt.

Der obige Film ist ein Trailer zum vollständigen Film zum bedingungslosen Grundeinkommen, den Sie unten anschauen können:

 

Initiative Grundeinkommen

 

Was würden Sie arbeiten, wenn für ihr Einkommen gesorgt wäre?

 

Wirklich interessiert? dann klicke den obigen Link zur Initiative