Eltern und Arzt verurteilt (Neue Vorarlberger Tageszeitung)

Freitag 16. September 2011 (Uwe Schwinghammer)
Bub wurde nur zwei Jahre alt: Eltern und Arzt verurteilt


Zwölf Monate bedingt: So lautet das Urteil gegen Jakobs Eltern und seinen Arzt aus Osttirol. Sie sollen die richtige Behandlung des schwer kranken Kindes verhindert haben - der Bub starb.

 

Jakob war im März 2009 mit zweieinhalb Jahren gestorben. Dem Tod des Osttiroler Buben vorangegangen war allerdings ein Martyrium. Das Kind war mit einer schweren, kombinierten Immunschwäche (SCID) auf die Welt gekommen, an der schon zwei seiner Brüder in den 1990er-Jahren verstorben waren. Die einzige Heilungschance für das Kind bestand in einer Knochenmarktransplantation, die die Eltern - 47 und 42 Jahre alt - vorerst zustimmten, die sie später aber ablehnten. Ebenso verweigerten sie nach einiger Zeit die Verabreichung von Immunglobulinen, die die Abwehr des Buben stärken sollten.

 

Sie hätten schon zwei Kinder an die Schulmedizin verloren, so eines ihrer Argumente. Sie wollten nicht, dass dies auch mit Jakob passiere. Stattdessen vertrauten sie sich einem Arzt in Osttirol an, der ihre Hoffnungen, das Kind auf eine "andere Weise" behandeln zu können, bestärkte.

 

Der Gesundheitszustand des Kindes, für das jede Infektion potentiell lebensbedrohlich war, verschlechterte sich zusehends, im März 2009 starb Jakob. Bis zuletzt hatten Eltern und Arzt es nicht für notwendig erachtet, ihn ins Krankenhaus zu bringen.


Unverständnis

 

Das Verhalten, das am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck beim Sachverständigen Kurt Widhalm völliges Unverständnis hervorrief: "Das Kind hatte Glück, dass es überhaupt so lange ohne ausreichende Behandlung überlebt hat". Er selbst sei Kliniker und wissenschaftlich geschult, würde sich aber nie getrauen, ein Kind mit einer solchen Krankheit in seiner Praxis zu behandeln.

In ihrem Schlussplädoyer betonte Staatsanwältin Erika Wander, dass sowohl Eltern als auch der Arzt genau über die Krankheit und deren Folgen von der Innsbrucker Klinik aufgeklärt worden seien. Die Eltern hätten sich gegen eine Transplantation ausgesprochen, obwohl sie gewusst hätten, dass dies die einzige Option gewesen sei. Dass der von ihnen gewählte Mediziner nur den Wünschen der Eltern gefolgt und nicht irgendwann die "Notbremse" gezogen habe, sei diesem anzulasten.

Richterin Gabriele Lukasser betonte in der Urteilsbegründung, dass man es sich nicht leicht gemacht und den schweren Verlust der Eltern sehr wohl berücksichtigt habe. Daher sei man auch bei der geringstmöglichen Strafe gelandet. Das Urteil - zwölf Monate bedingt für jeden - ist nicht rechtskräftig.

 

Weitere Internetseite über den Fall:

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/aktuell/397156_Kind-starb-ohne-Behandlung-Arzt-verurteilt.html

 

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/2832290/kind-starb-nach-verweigerter-behandlung-prozess-fortgesetzt.story

 

http://www.kleinezeitung.at/tirol/lienz/2791646/kind-starb-arzt-vor-gericht.story

http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/art58,713029

 

http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/Chronik/ChronikTirol/3391122-6/urteil-im-fall-jakob-seine-eltern-und-sein-arzt-wurden-verurteilt.csp

 

Kommentar von Claudio Graf:

 

Die Darstellungen und Begründungen der verschiedenen Medien weichen in verschiedenen Punkten wesentlich von einander ab, sodass der Anschein geweckt wird, dass Manipulation von dritter Stelle erfolgt sein muss.


Zitat: "Die einzige Heilungschance für das Kind bestand in einer Knochenmarktransplantation..." Wer behauptet dies? Wer garantiert das? Welche wissenschaftlichen Grundlagen lassen zweifelsfrei darauf schliessen?


Wenn die Schulmedizin oder wissenschaftlich geschulte Fachärzte dies aber behaupten, dann hätten folglich die beiden früher an der gleichen Krankheit verstorbenen Brüder, zwingend mit einer solchen Massnahme gerettet werden können.

 

Das ist augenscheinlich nicht geschehen! Das Ergebnis ist also "nicht garantiert", ebenso sind keine wissenschaftlichen Grundlagen dazu vorhanden, denn sonst hätten die beiden früher verstorbenen, damit gerettet werden können. Ist das nun Überheblichkeit oder Anmassung... oder hat das System?

 

Wenn Sie, sehr geehrte Frau Staatsanwältin, ihre Finger zweimal an einer heissen Herdplatte verbrannt hätten, halten Sie dann Ihre Finger ein drittes Mal auf diese heisse Herdplatte? "Mit Sicherheit NEIN!" Weshalb kommen Sie denn dazu, den Eltern und dem Arzt zu verübeln, den gleichen Fehler nicht ein drittes Mal zu machen? Und dann verurteilen Sie die beteiligten zu einer Strafe!!

 

Das ist doch Willkür! Ist das ihr Rechtsempfinden? Welchen Zwang müsste man ihnen androhen, damit Sie ihre Finger nun trotz besseren Wissens ein drittes Mal auf die heisse Herdplatte halten?


Ich werde Ihnen diese Willkür an einem weiteren Beispiel begründen.

 

Weshalb sollten denn die Eltern und der Arzt Jakob in den Spital bringen? Die zwei andern Brüder sind ja erwiesenermassen im Spital zu Tode gekommen. Würden Sie, sehr geehrte Frau Staatsanwältin, ihren Sohn in dieser Situation ebenfalls in das Spital bringen, damit er dort sterben muss?
Es liegt doch an zwei Beispielen auf der Hand, dass die Verantwortlichen des Spitals mindestens ebenfalls zur Rechenschaft hätten gezogen werden sollen, denn die haben offensichtlich den Tod zweier Kinder verursacht. Das ist nicht geschehen, weshalb wohl?

 

Erwiesenermassen betreiben die Schulmediziner seit über einem Jahrhundert eine Strategie by "Try and Error"  (Versuch und Irrtum (englisch trial and error) ist eine heuristische Methode, um Probleme zu lösen, bei der so lange zulässige(?) Lösungsmöglichkeiten probiert werden, bis die gewünschte Lösung gefunden wird. Dabei wird oft bewusst auch die Möglichkeit von Fehlschlägen in Kauf genommen.)


Ich frage Sie nun, wer sich Zulassungsstelle nennen darf, mit der Erlaubnis zum Totschlag oder zum Töten? Die "Schulmedizinische Wissenschaft" masst sich an, aus Unkenntnis zu erlauben, Menschenleben zu riskieren mit der Begründung "Wir haben halt einfach Pech gehabt".


Und weshalb bitte schön, werden die Schulmediziner für diese "wissenschaftliche Unkenntnis", die das Ableben hunderter oder tausender Patienten jährlich zur Folge hat, nicht ebenfalls bestraft und wie es sein sollte, auch ihre Berufsausübungs-Erlaubnis entzogen, weil "Lebensgefährlich"?


Welche Methode, bitte schön, ist denn diese der bedauernswerten Eltern und des Arztes, wenn nicht eine heuristische?
Heuristik bezeichnet die Kunst, mit begrenztem Wissen und wenig Zeit zu guten Lösungen zu kommen.


Der sogenannte Sachverständige, der sich als wissenschaftlich geschult hervortun will, bestätigt doch nur die Vorgehensweise der schulmedizinischen Fachleute. Das fehlende KnowHow (begrenztem Wissen) führt zum Überwälzen der Verantwortung an eine Institution "Spital", mit den ebenso gleich beschränkt wissenden Spezialärzten weil es durch das System dazu legitimiert ist!!!


Im übrigen bestärkt der Sachverständige den Eindruck der fachlichen Inkompetenz, weil er den Fall einfach an das Spital abgibt, um damit seine Verantwortung los zu werden! Solch ein Sachverständiger in einem solchen Gerichtsfall - da würd' ich mich bedanken - oder hat das vielleicht auch System?


Diese Legitimation heisst, dass diese wissenschaftlich geschulten Schulmediziner in den Spitälern, die glasklare Erlaubnis haben, mit ihrer Strategie "Fehlschläge" in Kauf zu nehmen und damit für Versuchszwecke Menschenleben zu opfern!!


Dafür werden aber liebende, bereits mehrmals durch die Schulmedizin geschädigte und deshalb einen andern Weg einschlagende  Eltern exemplarisch bestraft.


Das ist doch ein Hohn sondergleichen. Leben wir denn in einem Rechts-Staat, der Unrecht der Institutionen schützt und dafür Private an die Kasse nimmt? Ist systembedingter Massenmord, kein Unrecht und deshalb nicht zur Verantwortung zu ziehen?


Oder werden da vielleicht ganz gezielt grosse wirtschaftliche Interessenträger protegiert mit einer Lobby aus der Finanz-Elite, damit der Rubel nicht aufhört zu rollen?