Kuh-Hintern und seine üblen Folgen

Der folgende Artikel ist von mir aufgeführt, um auf die Mentalität der "Zwei Gesichter" unserer CEO's, Direktoren, Verwaltungsräten, Politiker oder sonstigen Persönlichkeiten hinzuweisen. Mein Kommentar findest du am Schluss.

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv
Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Was wie ein schlechter Scherz und blanker Unsinn erscheint, ist bitterer Ernst. Die Lobby der Grünen, Linken und Umweltaktivisten hat ein neues Betätigungsfeld entdeckt und sich umgehend an dessen Bewirtschaftung gemacht. So wird am kommenden Wochenende – pünktlich zum traditionellen «Metzger-Grilltag» namens «Food on Fire» – in Lyss im Kanton Bern ein amtlich verordneter Vegetariertag eingeführt.

Und schon diskutieren auch weitere Städte über die Einführung eines fleischlosen Tages.
 Konkret bedeutet dies: Kein Fleisch auf den Tel- lern in öffentlichen Altersheimen, Spitälern oder subventionierten Gastrobetrieben, Schüler- und Kinder-Tagesstätten.

Quasi staatlich verordnet, besiegelt und bewilligt. Die Begeisterung des grünen Nationalrats Bastien Girod überschlägt sich im «Sonntag», weil dadurch ein enorm wichtiger Beitrag an den Klimaschutz geleistet werde. Ich bin da persönlich schon etwas mehr um Girods Sixpack besorgt, der unter dem Mangel an Proteinzufuhr allenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.



Der geneigte Leser wird sich nun fragen, wo der Zusammenhang zwischen einem amtlich verordneten Vegi-Tag und dem Klimaschutz liegt. Das bringt mich zur Feststellung im Titel: Der Kuh-Hintern und seine Folgen. Lassen Sie es mich deutsch und deutlich sagen:

 

Die furzende Kuh ist das wahre Problem!

 

Denn das liebe Vieh und sein Mist sind wahre Treibhausgas-Schleudern! Und die saubere Kuh- schweizer-Idylle trügt: Die Landwirtschaft ist Gift für unser Klima – nicht nur wegen der grossen, filterlosen Traktoren. Eine ausgewachsene Milchkuh verursacht mit den Rülpsern beim Wiederkäuen und dem entweichenden Gas pro Jahr 115 Kilogramm des schädlichen Treibhausgases Methan (CH4).


 

Diese bedenkliche Erkenntnis wiederum hat die Spezialisten des Bundesamts für Umwelt Bafu auf den Plan gerufen. Es liegt natürlich auf der Hand, dass so viel Methan verheerend ist und sich zu gewaltigen Mengen summiert. Sagenhafte Zahlen wurden da in unseren Amtsstuben auf zwei Stellen nach dem Komma genau errechnet. Bei 716 000 Kühen (Stand 2002) beläuft sich der Schweizer Methan-Ausstoss damit täglich auf 226, jährlich auf 82 500 Tonnen. Weitere 53 500 Tonnen steuern Rinder, Schafe, Ziegen und weiteres Kleinvieh bei.
Mit diesen eindrücklichen, empirisch erhärteten Resultaten entsteht umgekehrt natürlich ein gewisser Argumentations-Notstand.

 

Man will es sich ja nicht mit der Bauernschaft verderben – und schon gar nicht mit den Kühen. Flugs wurde deshalb das Bonmot geprägt:

 

«Die Kuh ist nicht der Täter, sondern nur der Tatort.»

 

Das klingt einleuchtend – und dem ist nichts beizufügen.

 


Gelesen habe ich auch, die Kühe sollten wieder mehr Gras anstatt Kraftfutter aus Mais, Getreide und Soja fressen, weil damit mehr CO2 im Boden gebunden sei. Mir fällt dazu zunächst nur ein, dass ich auch lieber ein Kalbssteak verzehre als schnöde Hackfleischbällchen – aber diese Sorge habe ich bald nicht mehr, weil sie mir der Staat mit dem Vegi-Tag abnimmt, indem er Gott sei Dank für mich sorgt.



Übrigens: Der Schweizerische Gewerbeverband sgv akzeptiert nicht, dass den KMU immer mehr Auflagen und Vorschriften gemacht sowie zusätzliche Sonderaufgaben aufgebürdet werden. Der grösste Dachverband der Schweizer Wirtschaft setzt sich deshalb für eine massive Verringerung gesetzlicher Regulierungskosten in den KMU ein.

 

Quelle: Schweizerische Gewerbezeitung 11.05.2012

Kommentar:

 

Wenn der Herr Bigler wüsste, dass er gerade seines Steaks und der tierischen Eiweisse wegen bald die ganze Haarpracht (oder was im Moment noch davon übrig ist) verloren haben wird, würde er nicht mehr so überheblich in die Kamera lachen.

 

Es scheint, dass auch ihm der "Clütter im Geldseckel" mehr wert  ist, als die endlich die Umkehr zum gesunden Volk. Die geldgeilen Politiker, die dem Mamon huldigen, werden von den Multis gesteuert, und schimpfen sich Volksvertreter!?

 

Das die vegetarische Ernährung die wesentlich gesundere Variante ist, beweisen die immer häufiger erscheinenden Berichte, Studien und Lebensgeschichten: Siehe "Peace Food von Rüdiger Dahlke" und Dorothea Neumayr mit ihrem Kochbuch.

 

Dass Herr Bigler sich ebenso schamlos äussert wie der Direktor der Thur Milch Ring AG und Kraftfutter und Gen-Maniulierte Soja aus Brasilien favorisiert, erstaunt eigentlich, da doch gerade er umgekehrt daran interessiert sein müsste, dass Produkte aus der Schweiz verwendet werden.

 

Ich kreiere den Begriff der "Zwei Gesichter" und dem ist auch nichts hinzufügen.